Tumortherapie mit Laserlicht (TTL)

Raumgreifende Prozesse werden oft zu spät erkannt,  um chirurgisch erfolgreich handeln zu können. Lokale Thermotherapien bieten hier eine zumindest palliative Alternative.  Im Unterschied zur Strahlen- und Chemotherapie treten keine Nebenwirkungen auf.

Die Laser- bzw. Hochfrequenz-induzierte Thermotherapie (LITT / HFITT) bietet in diesen Fällen eine Behandlungsalternative, da hier im Gegensatz zum offen chirurgischen Eingriff lediglich ein minimal-invasiver Zugang erforder­lich ist. Dabei wird ein Applikator mit Hilfe eines Katheters in einem Tumor positioniert und bei der LITT über einen Lichtleiter an einen Laser angeschlossen. Das Verfahren der LITT wurde seit 1991 durch Wissenschaftler der Universitätskliniken Benjamin Fran­klin und Virchow (heute beide Charité) in Berlin entwickelt.

Prinzip der Laserinduzierten Tumortherapie an einem Leberlappen in vitro

Prinzip der Laserinduzierten Tumortherapie an einem Leberlappen in vitro

Die Randzone der Thermoapplikation nimmt aus geometrischen Gründen einen erheblichen Volumenanteil ein. Die notwendige Radikalität der Therapie des Tumors bei gleichzeitiger Schonung des Normalgewebes muss sehr sorgfältig abgewogen werden. Bisherige Modelle der Wärmewirkung auf Gewebe basieren lediglich auf der Abschätzung der Koagulation und sind deshalb aus wissenschaftlicher Sicht außerordentlich ergänzungsbedürftig.   

Projektskizze

Gegenstand der Untersuchungen sind relevante Tumormodelle der Prostata, des Colon und anderer Organe  immer im  Vergleich zum jeweiligen Normalgewebe, um unterschiedliche Thermosensitivitäten in die Therapieplanung einbeziehen zu können. Infolge der Standardisierung der Zellkulturen müssen wichtige Fragen wie geschlechtsspezifische Unterschiede und die biologische Varianz an Primärzellen untersucht werden. Diese Untersuchungen werden mit dem Fluoreszenzmikroskop und einer innovativen Lab-on-the-Chip Technologie der bionas GmbH untersucht. Praktische Ergebnisse werden gemeinsam mit der Limmer Laser GmbH umgesetzt.